{"id":5,"date":"2014-03-18T19:44:57","date_gmt":"2014-03-18T17:44:57","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.valentinlippmann.de\/?p=5"},"modified":"2014-03-18T19:44:57","modified_gmt":"2014-03-18T17:44:57","slug":"de-patriae-et-civitati","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.valentinlippmann.de\/?p=5","title":{"rendered":"De patriae et civitati"},"content":{"rendered":"<p><em>Ver\u00f6ffentlicht im Sommer 2012<\/em><\/p>\n<p><strong>De patriae et civitati <\/strong><\/p>\n<p><strong>Was der Patriotismus nicht ist oder sein kann<\/strong><\/p>\n<p>P\u00fcnktlich zur Fu\u00dfball-EM der Herren gibt es mal wieder eine Diskussion \u00fcber den Patriotismus, insbesondere die Frage, ob ich in Deutschland eigentlich PatriotIn sein darf. Anlass daf\u00fcr ist ein auch ein Aufkleber der Gr\u00fcnen Jugend aus dem Jahr 2010, der sich nun medialer Beliebtheit erfreut, mit dem Aufdruck \u201ePatriotismus nein Danke\u201c und eine entsprechende Pressemitteilung der Gr\u00fcnen Jugend. Daniel Mack, Gr\u00fcner MdL aus Hessen hat diese \u00c4u\u00dferungen der Gr\u00fcnen Jugend zum Anlass f\u00fcr einen offenen Brief an den Bundesvorstand der Gr\u00fcnen Jugend genommen, der sich hier findet: <a href=\"danielmack.de\/patriotismus-differenziert-betrachten\/ \">http:\/\/danielmack.de\/patriotismus-differenziert-betrachten\/ <\/a>Er kritisiert dabei die Gr\u00fcne Jugend f\u00fcr ihre Haltung und meint, dass man zurecht Stolz auf die Errungenschaften der Bundesrepublik und die Integrationsleistungen Deutschlands stolz sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>\u00c4hnlich argumentieren auch einige Medien, die sich der Berichterstattung \u00fcber die Haltung der Gr\u00fcnen Jugend zu diesem Thema angenommen haben. Auch die Gr\u00fcne Jugend Hessen hat sich in einem offenen Brief an den Bundesvorstand gewandt und sich von dessen Haltung zum Patriotismus distanziert. Mit der GJ-Hessen m\u00f6chte ich mich im folgenden weniger auseinandersetzen, der Brief ist vielleicht gut gemeint, aber keinesfalls gut gemacht. Der Ansatz, dass die aktuelle Patriotismuskritik mit \u201elinksextremistischen\u201c Gruppen gleich gesetzt wird, ist mehr als gewagt. Ich will im folgenden auch nicht den Bundesvorstand der Gr\u00fcnen Jugend verteidigen auch in der kritisierten Pressemitteilung sind mir einige Feststellungen zu verk\u00fcrzt, die Patriotismuskritik an einigen Stellen zu polemisch und dem GJ-Bundesvorstand\u00a0 m\u00fcsste auch bekannt sein, dass es Unterschiede zwischen Kausalit\u00e4ten und Korrelationen gibt. Ich pers\u00f6nlich habe kein wirkliches Problem damit, wenn jemand stolz auf sein Land ist und dabei vielleicht vollkommen zu Recht auf die Errungenschaften dieses Landes verweist. Obwohl man an dieser Stelle fragen muss, ob man \u00fcberhaupt Stolz auf Dinge sein kann, die man nicht selber vollbracht hat, also Stolz auf ein Land sein kann, in dem man lebt. Wir gehen aber mal stillschweigen davon aus, dass das m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Worauf jemand stolz ist, \u00fcberlasse ich jedem selbst und ich bin auch der Auffassung, dass, wer m\u00f6chte, gerne seine vermeintliche Liebe zu Deutschland oder einem anderen Land mit Beflaggung ausdr\u00fccken kann, auch wenn ich das nicht sonderlich ansprechend finde, geschweige denn selbst tun w\u00fcrde. Aber sind diese Menschen dann sofort PatriotInnen oder sind sie Stolz auf die demokratischen Errungenschaften der Bundesrepublik Deutschland und wollen dies damit zum Ausdruck bringen?Auch ich bin froh in der Bundesrepublik Deutschland und damit in einem freiheitlichen liberal-demokratischen System aufgewachsen zu sein. Ich bin vielleicht sogar in gewisser Weise Stolz auf die demokratischen Errungenschaften Deutschlands und einer liberale, freiheitssichernde Verfassung. Aber bin ich deswegen Patriot? Die Antwort lautet: Nein! Und das liegt schlicht daran, dass Patriotismus eben nicht das ist, als das er momentan proklamiert wird. Es liegt daran, dass die Bewunderung der Leistung einer Gesellschaft, der Stolz auf ihre Errungenschaften nichts mit Patriotismus zu tun hat und umgedreht der Patriotismus nur wenig mit den demokratischen, freiheitlichen oder gesellschaftlichen Errungenschaften eines Landes zu tun hat.<\/p>\n<p>Das Problem ist hierbei die Definition, was Patriotismus eigentlich ist. Der lateinische Begriff \u201epatria\u201c, von dem der Begriff des Patriotismus schlussendlich abgeleitet ist, bezeichnet das Vaterland und der Patriotismus nunmehr die Liebe zum Vaterland. Das Vaterland und damit die Liebe zu selbigen ist herkunftsdefiniert, richtet sich also nach der Frage, wo man herkommt oder aufgewachsen ist oder sich aufgrund der Abstammung zugeh\u00f6rig f\u00fchlt. Der Begriff \u201epatria\u201c bezeichnet somit\u00a0 klassisch das Land, aus dem man aufgrund seiner Volkszugeh\u00f6rigkeit herkommt. Er bezeichnet aber nicht das politische System oder die Gesellschaft in der man lebt und auf deren Errungenschaften heute h\u00e4ufig bei der Rekurrierung auf einen fr\u00f6hlichen \u2013 aufgekl\u00e4rten \u2013 Patriotismus verwiesen wird. Der Patriotismus ist immer vor allem herkunftsm\u00e4\u00dfig und staats- und gesellschaftsformunabh\u00e4ngig definiert. Der Patriotismus bezeichnet somit nicht die Liebe zu den Errungenschaften einer Gesellschaft oder eines politischen Systems, sondern die Liebe zum Vaterland unabh\u00e4ngig von seiner freiheitlichen oder gesellschaftlichen oder integrativen Leistung. EinE PatriotIn bekennt sich daher zum Land aufgrund des Lebens in diesem Land, aufgrund der Zugeh\u00f6rigkeit. Es ist kein origin\u00e4res Bekenntnis zum Staat, zu dessen Institutionen oder zu dessen Verfassung. Die R\u00f6mer kannten f\u00fcr ihren Staat oder ihr politisches System andere Begriffe (z.B. civita oder res publica) als f\u00fcr\u00a0 ihr Vaterland (eben patria), was f\u00fcr eine notwendige Differenzierung spricht. Die Definition des Patriotismus als Liebe zum Vaterland ist zudem eher neuzeitlich definiert und spielte in der Antike kaum eine Rolle. Eine Umdeutung dieser Differenzierung schl\u00e4gt deshalb h\u00e4ufig fehl.<\/p>\n<p>Patria ist eben nicht civita oder res republica, sondern etwas grunds\u00e4tzlich anderes. Von daher rekurrieren die Menschen, die momentan einen Stolz auf die Errungenschaften der freiheitlichen Demokratie der Bundesrepublik Deutschland und die demokratischen Errungenschaften der BRD empfinden, in der Regel auf die Errungenschaften der civita und nicht der patria. Die Soldaten der r\u00f6mischen Armee zogen beispielsweise stets unter dem Hoheitszeichen S.P.Q.R. in den Kampf, also f\u00fcr \u201esenatus populusque Romanus\u201c und somit f\u00fcr den Senat und das Volk von Rom. Sie zogen aber nicht f\u00fcr das r\u00f6mische Vaterland in den Kampf oder starben f\u00fcr das Vaterland, wie es in den Kriegen der j\u00fcngeren Geschichte durch die k\u00e4mpfenden Soldaten oder die staatliche Propaganda verlautbart wurde. F\u00fcr die r\u00f6mische Bev\u00f6lkerung spielte vielleicht das Bekenntnis zum Vaterland eine weniger gro\u00dfe Rolle als ihre Verbundenheit zur R\u00f6mischen Republik und der republikanischen Staatsform. Wenn wir heute \u2013 zu Recht \u2013 Stolz auf die Bundesrepublik Deutschland sind, weil wir die demokratischen Errungenschaften, die Wiederaufbauleistung nach dem II. Weltkrieg, unser Grundgesetz und vielleicht noch vieles mehr sch\u00e4tzen, dann zeugt das nicht von Liebe zum Vaterland sondern vielleicht von Liebe zum politischen System und zur vorherrschenden Gesellschaftsordnung in der Bundesrepublik. Die treffenden Begriffe w\u00e4ren daf\u00fcr statt des Patriotismus eher der Republikanismus, der aber aufgrund seiner Verwendung in der politischen Theorie und Systemlehre daf\u00fcr nicht mehr tauglich ist oder aber der Begriff des Civitaismus, der so gut wie gar nicht existiert, welcher aber die in den positiv-fr\u00f6hlichen Patriotismus interpretierten Leistungen vielleicht besser charakterisieren und abdecken w\u00fcrde als der Patriotismus. Der Civitaismus w\u00e4re dann vielleicht der Stolz auf den Staat und nicht auf das Land und damit erweitert die Nation. Das w\u00e4re offensichtlich die zum besseren Verst\u00e4ndnis notwendige Entkopplung der in den momentanen Debatten in einander geworfenen Liebe zum politischen System von der Liebe zum Vaterland. An dieser Stelle k\u00f6nnte nun trefflich \u00fcber die Frage der Staatsdefinition gestritten werden.<\/p>\n<p>Die Menge an Staatsdefinitionen, sowohl juristischer\u00a0 als auch politikwissenschaftlicher, ist gro\u00df und keinesfalls koh\u00e4rent. Ich finde es sinnvoll und f\u00fcr liberale Verfassungsstaaten auch angemessen, den Staat in erster Linie eher im Weberschen Sinne also als Gemeinschaft, die innerhalb eines bestimmten Gebietes das Monopol legitimer physischer Gewalt f\u00fcr sich beansprucht. Der Staat und damit auch die tragende Gesellschaft braucht sich deshalb nicht \u00fcber ihre Herkunft oder ihr Vaterland definieren, sonder kann es \u00fcber den Staat als Institutionen und Normengef\u00fcge tun. Der Staat ist damit unabh\u00e4ngig von der Herkunftsdefinition seiner EinwohnerInnen. Aber selbst in der bei den Juristen vorherrschenden Staatsdefinition nach Jellinek, bei der sicherlich zu Recht darauf abgestellt werden kann, dass dieser die Existenz eines Staatsvolks als notwendige Bedingung f\u00fcr den Staat sieht, findet sich nicht die Notwendigkeit der herkunftsbestimmten Nation. Staat und Nation k\u00f6nnen hier zum Nationalstaat werden, dies bedeutet aber auch, dass sie einander nicht bedingen. Auch bei Jellinek ist daher vorstellbar, dass es einen Staat gibt in dem Menschen leben, die zwar ihren Staat lieben, aber sich nicht durch die Liebe oder dem Bekenntnis zu Vaterland auszeichnen. Somit ist ein Stolz auf den Staat als politisches Gebilde durchaus auch dann m\u00f6glich, wenn man den Stolz auf das Vaterland negiert. Damit muss ich keine PatriotIn sein um stolz auf die Errungenschaften des Staates zu sein. Nat\u00fcrlich kann man jetzt unterstellen, dass das bisher vorgetragene eher Wortklauberei oder eine historisch vielleicht richtige aber heute nicht mehr g\u00fcltige Analyse ist und sich von der Frage der Flaggen bei der Fu\u00dfball-EM doch deutlich entfernt hat. Doch Begriffe und deren Verwendung erkl\u00e4ren sich aus ihrer Herkunft. Der Versuch nun den Patriotismus zu etwas zu machen, was er qua definitionem nicht ist, wird, wie so h\u00e4ufig beim Versuch Begriffe umzudefinieren, scheitern. Ein Teil der Bev\u00f6lkerung wird vielleicht die gewollte Umdefinition f\u00fcr sich rezipieren k\u00f6nnen und wollen und den Patriotismus in Zukunft anders verstehen. Die Gefahr, dass ein gro\u00dfer Teil dies nicht tut, sich aber gleichzeitig darauf beruft, dass der Patriotismus ja nun prinzipiell etwas gutes sei, besteht.\u00a0 Zudem sollte uns klar sein, dass bei den Debatten \u00fcber Patriotismus den Begrifflichkeiten h\u00f6chst unscharf werden und alle denken \u00fcber das selbe zu Reden, aber von unterschiedlichen Dingen sprechen. Die einen reden vom Patriotismus als fr\u00f6hlich und verkrampft, w\u00e4hrend die anderen nunmehr sehen, dass der Patriotismus offensichtlich wieder hoff\u00e4hig ist und ihr dezidiert nationalistisches und herkunftsdefiniertes Konzept des Patriotismus leben. Von daher sollte man wirklich \u00fcberlegen, ob man mit dem nun propagierten fr\u00f6hlichen und offenen Patriotismus wirklich das ausdr\u00fcckt, was man denkt auszudr\u00fccken.<\/p>\n<p>Meiner Ansicht nach irren auch die Menschen die einen Verfassungspartriotismus sehen oder einfordern schon im Ansatz. Ich teile die \u00dcberlegungen der Menschen, die einen Verfassungspatriotismus toll finden und ich glaube auch, dass die Identifikation mit den Institutionen und Abl\u00e4ufen in der Bundesrepublik Deutschland und mit dem Grundgesetz als zu Grunde liegenden Normentext notwendig und w\u00fcnschenswert ist. Aber ich halte den VerfassungspatriotInnen entgegen, dass sie zwar wenn sie vollkommen zu Recht auf die \u201eLiebe\u201c zur Verfassung, zur gesellschaftlichen Ordnung, zu den Errungenschaften der freiheitlichen Demokratie rekurrieren und dies als neuen Patriotismus sehen, aber nicht wirklich vom Patriotismus sprechen. Was hat den die Liebe zur Ausformung der Verfassung, die Wertsch\u00e4tzung der Grundgesetzes mit dem deutschen Vaterland zu tun? Ist es f\u00fcr VerfassungspatriotInnen nicht genauso vorstellbar, eine \u00e4hnliche Werteordnung, eine \u00e4hnliche Verfassungsordnung oder ein \u00e4hnliches politisches System genauso wertzusch\u00e4tzen, auch wenn dieses nicht mit der Bundesrepublik Deutschland verbunden ist. Sch\u00e4tzen die VerfassungspatriotInnen sich die freiheitlichen Rechte aufgrund ihrer Liebe zur Freiheit und nicht, weil sie nun im deutschen Grundgesetz niedergelegt sind? Die Annahme des Stolzes auf die Errungenschaften einer Gesellschaft oder eines politischen Systems w\u00fcrde doch bedeuten, dass man sich mit allen anderen Staaten, die \u00e4hnliche Erfolge und Errungenschaften auf diese Gebiet vorzuweisen haben abgrenzungsfrei identifizieren k\u00f6nnte. Doch das tun auch Menschen, die sich selbst als VerfassungspartiotInnen bezeichnen eher selten. Was hat diese Liebe mit dem Bezug zum Vaterland zu tun? Eigentlich doch recht wenig. Die VerfassungspatriotInnen lieben doch eher ihr politisches System und dessen generelle Umsetzung als ihr Vaterland. Von daher l\u00e4uft auch dieses Begriffskonstrukt eher fehl, da es in sich durchaus widerspr\u00fcchlich ist.<\/p>\n<p>Zum Schluss bleibt auch zu sehen, dass es sicherlich ein sch\u00f6ner Wunsch sein kann, dass alle Menschen, die die Tage mit Deutschland-Flaggen durch die Gegend ziehen oder sie an ihren Autos und H\u00e4usern befestigen, stolz auf die freiheitlichen und demokratischen Errungenschaften Deutschlands oder die Integrationsleistung sind. Vielmehr wird es doch eher der Stolz auf Deutschland als das Herkunftsland sein als der Stolz auf die civita. Wenn dies so ist, dann \u00f6ffnet der Patriotismus, und sei er noch so positiv gemeint, wieder das Tor f\u00fcr nationalistische und angrenzende Bestrebungen. Dann wird der Patriotismus der Versuch sein eine Identifikationsl\u00fccke der deutschen Bev\u00f6lkerung zu schlie\u00dfen und ein Angebot zu machen, dem Wunsch nach Kollektivit\u00e4t und kollektiver Identifikation mit dem von der Kritik befreiten vermeidlich guten Patriotismus zu f\u00fcllen. Das w\u00e4re dann der Patriotismus, wie ihn selbst die Bef\u00fcrworter eines fr\u00f6hlichen Patriotismus kaum haben wollen. Der Versuch der momentanen Umdeutung und vor allem die Unsch\u00e4rfe bei der Trennung, was der Patriotismus ist und was er eben nicht ist, er\u00f6ffnet diesen bedenklichen und ungewollten Weg. Nat\u00fcrlich muss und darf man nicht im gleichem Atemzug jedem Menschen der aus Anlass der Fu\u00dfball-EM eine Flagge schwenkt oder ans Fenster h\u00e4ngt, einen \u00fcberbordenden Nationalismus unterstellen oder einen falsch verstandenen Patriotismus. Wer dies tut, untersch\u00e4tzt den schlichten Bekenntniswillen gro\u00dfer Teile der Bev\u00f6lkerung zum Fu\u00dfballteam ihres Landes. Sie sehen die Flagge als entpolitisiertes Symbol ihrer Fankultur. Das sollte man auch so hinnehmen, auch wenn man berechtigt einwenden k\u00f6nnte, dass man auch das Wappen des DFB statt der Nationalflagge schwenken k\u00f6nnte. Aber genau aus dem Grund dieser Entpolitisierung des Flaggezeigens taugt das Bild, dass nunmehr viele Menschen in Deutschland \u201eunverkrampft\u201c die Nationalflagge schwenken nicht als Bild eines neuen Patriotismus. Die Menschen sehen sich deshalb nicht als PatriotInnen und verbinden mit dem Zeigen der Flaggen wahrscheinlich auch in vielen F\u00e4llen nicht wirklich den Willen patriotisch zu sein. Wenn dies ein Zeichen des neuen fr\u00f6hlichen und offenen Patriotismus w\u00e4re, was machen diese Menschen dann die Zeit au\u00dferhalb von Fu\u00dfball-Europameisterschaften oder Weltmeisterschaften mit ihren Flaggen und ihrem neuen Patriotismus?<\/p>\n<p>Der Begriff des Patriotismus verspricht momentan viel, kann aber real nur wenig leisten und er ist vor allem anf\u00e4llig f\u00fcr eine ambivalente Interpretationen. Es t\u00e4te daher den aufgekl\u00e4rten VerfassungspatriotInnen und den Menschen, die einen fr\u00f6hlichen und offenen Patriotismus fordern gut, dar\u00fcber nachzudenken, ob der Patriotismus als Begriff f\u00fcr ihre \u2013 in vielen F\u00e4llen richtigen &#8211; Anliegen \u00fcberhaupt tauglich ist. Ich meine er kann es nicht sein. Eine Debatte dar\u00fcber w\u00e4re meines Erachtens mehr als notwendig, damit vielleicht in Zukunft klar ist, worauf man Stolz ist, n\u00e4mlich die Errungenschaften der Demokratie und worauf dann auch nicht, in diesem Fall das Vaterland. Den strikten Ablehnenden des Patriotismus, die g\u00e4nzlich negieren, dass man Stolz auf die Errungenschaften eines politischen Systems und zum Beispiel auf die Ausformung unserer Verfassung sein kann, muss ich aber an diese Stelle auch entgegenhalten: Ja darauf kann man Stolz sein oder zumindest eine ausdr\u00fcckliche Verbundenheit empfinden. Wer das negiert, der verkennt, dass selbst in demokratischen Verfassungsstaaten die Verbundenheit zu den elementaren Grundlagen des Staates durch die Bev\u00f6lkerung notwendig ist und erst die Identifikation damit die Akzeptanz der freiheitlichen Demokratie m\u00f6glich macht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ver\u00f6ffentlicht im Sommer 2012 De patriae et civitati Was der Patriotismus nicht ist oder sein kann P\u00fcnktlich zur Fu\u00dfball-EM der Herren gibt es mal wieder eine Diskussion \u00fcber den Patriotismus, insbesondere die Frage, ob ich in Deutschland eigentlich PatriotIn sein darf. 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